Junggesellenabschied Theilo

 

Man, man, man, wie lange hatten hier schon keinen Junggesellenabschied mehr. Aber das ausgerechnet ich es sein würde, der als nächstes dran ist, hätte ich nach unserem letzten Junggesellenabschied nie gedacht. Na, sei es drum, am 14. August 2010 hieß es für mich dann Abschied nehmen vom süßen Junggesellenleben. Übrigens gerade noch rechtzeitig, denn in 6 Monaten steht mein 40. an und die Jungs hatten sich schon dazu geäußert, dass ich im Falle der weiteren Hochzeitsverweigerung an meinem 40. Geburtstag mit nem Esel durchs Dorf geschickt werde. Aber auch gerade deswegen hatte ich ein wenig Angst, was werden die Jungs jetzt nur mit mir anstellen, wo ich sie doch dieser geilen Aktion beraubt hatte??!!! Um 16 Uhr wurde sich bei bestem Wetter am Hause meiner Eltern getroffen, wo wir zunächst mal alle in gemütlicher Runde schön auf der Terrasse zusammen saßen und ich auch noch lachen konnte.

Diese gemütliche Runde währte jedoch nicht sehr lange, schon bald wurde ich aufgefordert doch schon mal anzufangen das Loch für mich zu graben. Nach alter Tradition darf sich nämlich der Kandidat sozusagen sein eigenes Grab schaufeln. Ich bin ja auch noch ganz entspannt angefangen. Tja und verdursten würde ich dabei sicherlich auch nicht, dass war mir schon ziemlich schnell klar, denn gewisse Leute achteten doch sehr darauf, dass ich immer wieder schön mit Wachi versorgt wurde. Man, man, ich sag euch, die Sache ist ja so schon anstrengend genug, aber wenn man dann auch noch Ratschläge von seinem alten Herrn bekommt, von wegen, wie man so ein Loch zu graben habe und wo man welchen Sand hinzuschmeißen habe, also da fällt es dann schwer ruhig zu bleiben. Aber Gott sei Dank war die Sache eh so anstrengend, dass ich kaum noch dabei reden konnte, geschweige denn Widerworte geben konnte.

Da ich mir kaum Pausen gegönnt hatte, da diese unweigerlich jedes Mal diverse Nachfüllaktionen an Wachholder zur Folge hatten und ich so schon kaum noch gradaus gucken konnte, hatte ich es dann nach ner knappen Stunde endlich geschafft. Das Loch war tief genug, der Sand war schön säuberlich nach weiß und schwarz getrennt und die 1000 fetten Maden bzw. Käferlarven lagen rund um das Loch verteilt. Da habe ich dann auch freiwillig zur Bierflasche gegriffen und mir erst Mal einen ordentlichen Schluck gegönnt, denn den hatte ich meiner Meinung nach jetzt auch verdient!

Aber irgendwie schien die Zeit zu drängen, denn eine lange Erholungsphase wurde mir nicht gegönnt, schon nach kurzer Zeit hieß es: "Los Theilo, mach dich zum Einbuddeln bereit!" Tja, auch da ließ dann die innere Abkühlung nicht lang auf sich warten, es wurde mir direkt wieder Wachi gereicht, aber der inneren Abkühlung wurde dann hier noch eine Äußere angeschlossen und zwar hinterhältig von hinten. Hossa, mit der hatte ich nicht gerechnet, brrrrr, spätestens da wurde mir klar, dass wird hier kein Vergnügen!! Immer wieder wurde von innen gekühlt und von außen nachgeschlemmt und verdichtet. Ich fing langsam an zu beten, dass die fetten Maden und Larven jetzt nicht alle wieder unten im Loch waren und auf dumme Ideen kamen.

So, noch schnell das obligatorische Gruppenbild am Grabe des Junggesellen.

Und dann hieß es, so, jetzt sieh mal zu, wie du da wieder raus kommst. Ach ja und die Unterhose bleibt natürlich zurück. Man, man, man, also dass hatte ich mir auch irgendwie einfacher vorgestellt. Vor, zurück, vor, zurück, mit den Armen nach oben drücken und wieder vor, zurück, vor, zurück und natürlich zwischendurch immer mal wieder gluck, gluck, gluck. Keine Ahnung, wie lange es gedauert hat, irgendwann hatte ich mich schließlich aus meinem Loch befreit.

So, ab unter die Dusche, also ich sag euch, da lag ein halber Sandkasten nachher drin und dann hieß es auch schon, weiter zum nächsten Teil. Draußen stand schon der Bus, der uns offensichtlich irgendwo hinbringen sollte, aber hey, da fehlt doch noch was??!!!! Richtig, die Verkleidung. Tja und wie ließen mich die Jungs gehen??? Als Esel!!!!

Es ging zum Stoppelmarkt nach Vechta, welcher ja auch als großer Vieh und Pferdemarkt bekannt ist. Da ist ja so ein Esel genau richtig aufgehoben. Tja, natürlich hatte ich auch da noch Aufgaben zu erfüllen, die sich dem Gedicht entnehmen ließen, welches ich um den Hals trug. Außer "IA, IA, IA" war es mir verboten zu sprechen und so musste ich dann möglichst viele Frauen davon überzeugen an meinem Schwanz zu ziehen und mit einem Esel zu tanzen, was dann auch anschließend mit Goldtalern belohnt wurde. Also ich habe sie nicht gezählt, aber den Unterschriften auf der Tafel, die ich auf dem Rücken trug, nach zu urteilen, habe ich meinen Job wohl ganz gut gemacht;-)

Film: Wer grundsätzlich mal sehen möchte, wie es so auf dem Stoppelmarkt auszieht und was da so abgeht, kann sich hier einen Film runter laden. Und wer genau aufpaßt, der wird vielleicht auch mich entdecken;-)

 

[zurück] [home]